Dienstag, 28. April 2009
Mittwoch, 31. Dezember 2008
Dienstag, 30. Dezember 2008
Weihnachtsklang aus starken Kehlen
Weihnachtsklang aus starken Kehlen
Dionysos-Ensemble gastiert in der Mühlheimer Schlosskirche - Männerquartett und Organist Mike Heppes laden zum Mitsingen ein
Von Roland Happersberger
Rundherum sympathisch war das Weihnachtskonzert, zu dem das Dionysos-Ensemble, unterstützt von Mike Heppes an der Orgel, am Sonntag in die Mühlheimer Schlosskirche eingeladen hatte. Es hatte in manchem den angenehmen musikalischen Charme der alten 25-Zentimeter-Schallplatten, die vor Jahrzehnten das Weihnachtsfest von der Musiktruhe aus bereicherten.
Das lag nicht zuletzt an der Besetzung: Ein Männerquartett ist per se nicht unbedingt der letzte Schrei; diese Ensemblegattung hatte seine Blütezeit vor einem Jahrhundert, als Salonmusik und der Männerchorgesang populär waren. Dass es durchaus reizvoll ist, den Quartettgesang und seine typische Literatur zu erneuern, haben Stefan Ehmann und Ingo Wackenhut (Tenor), Thomas Herberich und André Uelner (Bass) auch in der Region mit weinfroher Unterhaltungskunst schon mehrfach gezeigt. Sicher auch deshalb war das Schiff der Schlosskirche bis auf den letzten Platz besetzt, als das Weihnachtskonzert mit einem Orgelstück, der Toccata in F von Johann Pachelbel, begann.
Über dunklem Orgelpunkt entwickelte Mike Heppes die fantasiereichen Tonfolgen des frühbarocken Meisters umsichtig und klar; die zugehörige Fuge gab es später zum Konzertabschluss, vorzüglich vorgetragen und hübsch mit Zungenstimmen registriert. Außerdem spielte der Schlosskirchenorganist eine Canzonetta von Dietrich Buxtehude.
Die weihnachtliche Melodienfolge der Sänger begann mit einer französischen Melodie des 12. Jahrhunderts, welcher der englische Text „Let all mortal flesh keep silence" unterlegt war. Das klang naturgemäß recht archaisch, und es dauerte außerdem einige Takte, bis die Sänger zu einigermaßen reiner Intonation zusammengefunden hatten. Aber wer will das an so kalten, erkältungsträchtigen Wintertagen jemandem verübeln? Insgesamt war das Klangbild meist erfreulich bis hervorragend. Ganz besonders etwa, als das Ensemble - wohlklingend und lebendig gestaltet - das schöne alte, rätselhafte Weihnachtslied „Maria durch ein Dornwald ging" in einem schlichten, angemessenen Satz interpretierte.
Dann begann, von Thomas Herberich und Ingo Wackenhut vorgetragen, die in mehreren Teilen geschickt mit den Liedvorträgen in Beziehung gesetzte Weihnachtsgeschichte von Paul Tremmel. Der Mundartautor hat dem biblischen Text nicht nur pfälzischen Wortlaut gegeben, sondern ihn recht frei gescheit und auch ein bisschen frech in urwüchsige pfälzische Vorstellungs- und Ausdrucksweise übertragen - also auch das ein durchaus hörenswerter Beitrag.
Schön war in der vielfältig zusammengestellten Vortragsfolge die Begegnung mit dem „Natus est nobis" von Jacob Handl, einem komplexen polyphonen Stimmengewebe der Renaissance, in dem besonders das bewegte Schluss-Halleluja gefiel.
Im weiteren Verlauf folgten Weihnachtslieder aus Polen und Ungarn, England und Frankreich, immer recht lebendig und angenehm gesungen. Das Dionysos-Ensemble wählte Sätze im Stil der Melodien, ohne harmonische Extravaganzen oder Modernisierungen. Typische Charakterstücke in Männerchortradition waren die „Weihnachtsglocken" von Hermann Sonnet und „Weihnachten im Waldkirchlein" von L. Baumann: zweifellos Musik mit der Tendenz zum sentimentalen Kitsch, aber gekonnt gesetzt, so dass das Dionysos-Ensemble gerade hier besondere Gelegenheit hatte, spannende Crescendi und prächtige Klangwirkungen zu gestalten. Am Ende gab es noch „Tebje Pojem", einen besonders in deutschen Männerchören verbreiteten russischen Kirchengesang, und das „Dona pacem domine' im Satz von Manfred Bühler.
Gerne sang man auch gemeinsam das eine oder andere Weihnachtslied, wobei besonders das von Quartett, Orgel und Publikum gleichsam doppelchörig verwirklichte „Leise rieselt der Schnee" eine klangliche Freude war. Der Beifall, bis zum Ende aufgespart und daher der Ruhe und Konzentration auf die Musik nicht abträglich, war lang und herzlich.
Dionysos-Ensemble gastiert in der Mühlheimer Schlosskirche - Männerquartett und Organist Mike Heppes laden zum Mitsingen ein
Von Roland Happersberger
Rundherum sympathisch war das Weihnachtskonzert, zu dem das Dionysos-Ensemble, unterstützt von Mike Heppes an der Orgel, am Sonntag in die Mühlheimer Schlosskirche eingeladen hatte. Es hatte in manchem den angenehmen musikalischen Charme der alten 25-Zentimeter-Schallplatten, die vor Jahrzehnten das Weihnachtsfest von der Musiktruhe aus bereicherten.
Das lag nicht zuletzt an der Besetzung: Ein Männerquartett ist per se nicht unbedingt der letzte Schrei; diese Ensemblegattung hatte seine Blütezeit vor einem Jahrhundert, als Salonmusik und der Männerchorgesang populär waren. Dass es durchaus reizvoll ist, den Quartettgesang und seine typische Literatur zu erneuern, haben Stefan Ehmann und Ingo Wackenhut (Tenor), Thomas Herberich und André Uelner (Bass) auch in der Region mit weinfroher Unterhaltungskunst schon mehrfach gezeigt. Sicher auch deshalb war das Schiff der Schlosskirche bis auf den letzten Platz besetzt, als das Weihnachtskonzert mit einem Orgelstück, der Toccata in F von Johann Pachelbel, begann.
Über dunklem Orgelpunkt entwickelte Mike Heppes die fantasiereichen Tonfolgen des frühbarocken Meisters umsichtig und klar; die zugehörige Fuge gab es später zum Konzertabschluss, vorzüglich vorgetragen und hübsch mit Zungenstimmen registriert. Außerdem spielte der Schlosskirchenorganist eine Canzonetta von Dietrich Buxtehude.
Die weihnachtliche Melodienfolge der Sänger begann mit einer französischen Melodie des 12. Jahrhunderts, welcher der englische Text „Let all mortal flesh keep silence" unterlegt war. Das klang naturgemäß recht archaisch, und es dauerte außerdem einige Takte, bis die Sänger zu einigermaßen reiner Intonation zusammengefunden hatten. Aber wer will das an so kalten, erkältungsträchtigen Wintertagen jemandem verübeln? Insgesamt war das Klangbild meist erfreulich bis hervorragend. Ganz besonders etwa, als das Ensemble - wohlklingend und lebendig gestaltet - das schöne alte, rätselhafte Weihnachtslied „Maria durch ein Dornwald ging" in einem schlichten, angemessenen Satz interpretierte.
Dann begann, von Thomas Herberich und Ingo Wackenhut vorgetragen, die in mehreren Teilen geschickt mit den Liedvorträgen in Beziehung gesetzte Weihnachtsgeschichte von Paul Tremmel. Der Mundartautor hat dem biblischen Text nicht nur pfälzischen Wortlaut gegeben, sondern ihn recht frei gescheit und auch ein bisschen frech in urwüchsige pfälzische Vorstellungs- und Ausdrucksweise übertragen - also auch das ein durchaus hörenswerter Beitrag.
Schön war in der vielfältig zusammengestellten Vortragsfolge die Begegnung mit dem „Natus est nobis" von Jacob Handl, einem komplexen polyphonen Stimmengewebe der Renaissance, in dem besonders das bewegte Schluss-Halleluja gefiel.
Im weiteren Verlauf folgten Weihnachtslieder aus Polen und Ungarn, England und Frankreich, immer recht lebendig und angenehm gesungen. Das Dionysos-Ensemble wählte Sätze im Stil der Melodien, ohne harmonische Extravaganzen oder Modernisierungen. Typische Charakterstücke in Männerchortradition waren die „Weihnachtsglocken" von Hermann Sonnet und „Weihnachten im Waldkirchlein" von L. Baumann: zweifellos Musik mit der Tendenz zum sentimentalen Kitsch, aber gekonnt gesetzt, so dass das Dionysos-Ensemble gerade hier besondere Gelegenheit hatte, spannende Crescendi und prächtige Klangwirkungen zu gestalten. Am Ende gab es noch „Tebje Pojem", einen besonders in deutschen Männerchören verbreiteten russischen Kirchengesang, und das „Dona pacem domine' im Satz von Manfred Bühler.
Gerne sang man auch gemeinsam das eine oder andere Weihnachtslied, wobei besonders das von Quartett, Orgel und Publikum gleichsam doppelchörig verwirklichte „Leise rieselt der Schnee" eine klangliche Freude war. Der Beifall, bis zum Ende aufgespart und daher der Ruhe und Konzentration auf die Musik nicht abträglich, war lang und herzlich.
Montag, 22. Dezember 2008
Konzert:
Dionysos-Ensemble singt in Schlosskirche
MÜHLHEIM. Normalerweise pflegen sie weinfröhliche Lieder, aber sie haben auch weihnachtliche Melodien drauf: Stefan Ehmann, Ingo Wackenhut (Tenor) und Thomas Herberich, André Uelner (Bass). Zusammen sind sie das Dionysos-Ensemble, ein 2007 gegründetes Männerquartett alter Schule, das altbekannte Männerchorliteratur wieder aufleben lassen will. Am Sonntag, 28. Dezember, 17 Uhr, kommen sie auf Einladung der protestantischen Kirchengemeinde in die Schlosskirche und singen bekannte Weihnachtslieder aus aller Welt.
Ein besonderer Leckerbissen dürfte dabei „Natus est nobis" von Jacob Handl (1550-1591) werden. Außerdem sind Volkslieder aus Frankreich und Polen sowie Sätze wie „Weihnachten im Waldkirchlein" von L. Baumann zu hören. Zwischendurch wird eine Weihnachtsgeschichte in Pfälzer Mundart von Paul Tremmel verlesen. Das Publikum darf im eintrittsfreien Konzert auch mal mitsingen, und Schlosskirchenorganist Mike Heppes wird an der 1738 erbauten Stumm-Orgel, dem am besten erhaltenen Instrument der Rhaunener Werkstatt in der Pfalz, einige Orgelkompositionen alter Meister vortragen. (hap)
MÜHLHEIM. Normalerweise pflegen sie weinfröhliche Lieder, aber sie haben auch weihnachtliche Melodien drauf: Stefan Ehmann, Ingo Wackenhut (Tenor) und Thomas Herberich, André Uelner (Bass). Zusammen sind sie das Dionysos-Ensemble, ein 2007 gegründetes Männerquartett alter Schule, das altbekannte Männerchorliteratur wieder aufleben lassen will. Am Sonntag, 28. Dezember, 17 Uhr, kommen sie auf Einladung der protestantischen Kirchengemeinde in die Schlosskirche und singen bekannte Weihnachtslieder aus aller Welt.
Ein besonderer Leckerbissen dürfte dabei „Natus est nobis" von Jacob Handl (1550-1591) werden. Außerdem sind Volkslieder aus Frankreich und Polen sowie Sätze wie „Weihnachten im Waldkirchlein" von L. Baumann zu hören. Zwischendurch wird eine Weihnachtsgeschichte in Pfälzer Mundart von Paul Tremmel verlesen. Das Publikum darf im eintrittsfreien Konzert auch mal mitsingen, und Schlosskirchenorganist Mike Heppes wird an der 1738 erbauten Stumm-Orgel, dem am besten erhaltenen Instrument der Rhaunener Werkstatt in der Pfalz, einige Orgelkompositionen alter Meister vortragen. (hap)
Montag, 24. November 2008
Sonntag, 16. November 2008
Rheinpfalz Pressebericht zur CD
Botschafter für Gesang, Wein und die Region
CD regional: Das Dionysos-Ensemble stellt heute in Freinsheim „Ein König ist der Wein" vor - Botschafter für die Pfälzer Kultur
Von Annette Weigert
Freinsheim. Der neue Wein gärt bereits in Edelstahltanks oder Fässern, bis auf wenige Preziosen, die zu Trockenbeerenauslesen oder Eisweinen reifen sollen. Da macht es Sinn, sich der älteren Jahrgänge zu widmen, um Platz zu schaffen für den „neuen Jahrgang".
Das lässt sich am besten in angenehmer Runde vollziehen, besinnlich das Glas in der Hand schwenkend, philosophierend, aber auch fröhlich feiernd oder leidenschaftlich zechend. Wein als Medium der Geselligkeit! Was in diesem Bild fehlt, ist die Musik, der Gesang.
Das Dionysos-Ensemble hat mit seiner CD „Ein König ist der Wein" - Lieder zum und über den Wein und die Pfalz - genau diesem Umstand Rechnung getragen und eine prachtvolle Inszenierung um Weinkultur, Lebensfreude und Sinnenrausch aufgelegt. Dabei herausgekommen ist ein pralles Kaleidoskop, das sich durch die Jahrhunderte dem Gesang zum Wein widmet, mit qualitativ hochstehenden Chor- und Quartettsätzen, allen voran die romantischen Meister wie Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy oder den Erfinder der „Liedertafeln" Friedrich Sucher interpretierend. Aber auch die erstaunliche Moderne von Harald Genzmer sowie Reminiszenzen an die Weinhistorie des Mittelalters und Martin Luthers oder auch die heimatverbundene Liedliteratur, alle wurden mit sicherem Wertigkeitsgespür ausgewählt und mit Rezitationen um den Kult des Weines zu einer unwiderstehlichen Mischung geschmiedet.
Dabei haben sich mit Stefan Ehmann und Ingo Wackenhut (Tenor) und Thomas Herberich und André Uelner (Bass), offenbar seelenverwandte Sänger - drei aus der Kurpfalz und einer aus Karlsruhe - mit Lust an Deklamation und Darstellung zu einer Formation zusammengefunden, die sich das Thema sogar zum Namensgeber erkor. Dionysos, der griechische Gott des Weines, der Leidenschaften und der unzähligen Attribute wird im „antiken Hymnus" als Leitfigur beschworen, als „traubengekrönter" mächtiger Zecher, Kummerbefreier, als Heiterer oder Zorniger und Brecher der Herzen gepriesen.
Wunderbar harmonisch ergänzen sich die männlichen Stimmfarben, in angenehmer Akustik aufgehend, und es mischen sich schlanke, helle, energetische Frequenzen mit samtiger Wärme zu sinnlichem Hörgenuss. Dabei sind die Höhen der Tenöre feingeistig souverän, die Mittellage atmosphärisch rund und doch durchscheinend, die Tiefe ergreifend und ohne Anstrengung. Lustvoll, fröhlich, ironisch augenzwinkernd oder auch mal scharfzüngig, immer stimmen Aussage und Darbietung perfekt. Das Quartett frönt dem Wein in allen Facetten und ruft ihn zum Trumpf der Geselligkeit aus. Der Hörer der CD möge sich seine eigenen Favoriten auswählen, von denen gibt es zahlreiche. Egal, ob man sich an der romantischen Hochkultur labt oder an deftig-kräftigen Spezialitäten ergötzt, für jeden bietet sich zahlreicher Genuss in Hülle und Fülle dar. Die Spanne reicht vom „Türkischen Schenkenlied" und „dem Zecher als Doctrinair", vom philosophischen Nachhall „Wo ist denn der Wein von gestern hin" über Trinklieder wie „Freunde sagt, was wollt ihr trinken" und „Der Luther pries die Weiber", von der schaurigen Lebensgeschichte des „Kurfürsten Friedrich von der Pfalz" zu der anrührenden Hymne des „Pfälzer Liedes" und der Vorliebe der Pfälzer zu nahrhaften, kulinarischen Weinbegleitern („Pfälzer Speisezettel" und „Pfälzer Weinknorz").
Die CD ist für Gesang- und Weinliebhaber gleichermaßen geeignet, bietet sich als Präsent zum Geburtstag, für den Nikolaus-Stiefel oder Weihnachtsgabentisch ebenso an wie als Mittelpunkt oder Untermalung von Weinproben und sollte bei allen Touristinformationen oder bei Stadt und Gemeinden zu erwerben sein als hervorragender Botschafter für Gesang, Wein und Kultur in der Region.
Abonnieren
Posts (Atom)
